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Einträge (5)

  1. August-Peter Kuhlen
    August-Peter Kuhlen

    Hallo Erasmus,
    ich bin bei stöbern im Internet auf deine Seite hier gestoßen. Wie ich gelesen habe hat es dich nach Köln verschlagen und hoffe auch bei bester Gesundheit. Es ist lange her, als wir uns im Werkkreis getroffen haben. Vieleicht erinnerst du dich ja noch daran im Hinterhofgebäude an der Oberbilkeralle mit Herrmann Spix, Josef Ippers usw. Ich wünsche dir auch weiterhin alles Gute.
    Schöne Grüße
    August-Peter Kuhlen

  2. Pauline Klose
    Pauline Klose

    Ich fande das Buch voll geil. War mega insziniert, volle Sprachpower und eine freshe Story.

    Peace
    Pauline

  3. Sabine Kebir

    Erasmus Schöfer und Peter Weiss

    Erasmus Schöfers Tetralogie „Die Kinder des Sisyfos” gehört sicher zu den Höhepunkten der deutschen Gegenwartsliteratur. Dass nur wenige Kenner sie kennen, liegt am Zeitgeist, der an der literarischen Aufarbeitung der sozialen Kämpfe in der Bundesrepublik zwischen 1968 und 1989 uninteressiert ist oder – was ich für wahrscheinlicher halte, sie sogar fürchtet.
    Da Schöfers Werk die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen auch in ihren ästhetischen Verarbeitungen behandelt, ist es durchaus mit Peter Weiss’ „Ästhetik des Widerstands” vergleichbar. Es hat ihr gegenüber jedoch mehrere Vorzüge. Trotz aller, auch autobiografischer Bezüge zu realen Personen und Ereignissen, kommen die vier Bände ehrlich als Roman daher, während Weiss’ Werk – vor allem durch die Ich-Form – zumindest vom Leser eher als Dokumentation denn als Fiktion wahrgenommen wurde (ungeachtet dessen, dass es ausdrücklich als Roman untertitelt ist). Bei Weiss deutet sich aus meiner Sicht schon eine typisch postmoderne, höchst manipulative Vermengung von Dokumentarischem und Fiktivem an. Schöfer schrieb in der dritten Person und wagte mehr poetischen Ausdruck – wodurch die Sphären der Wirklichkeit und der Fiktion für den Leser besser zu erkennen sind.
    Ein weiterer Vorzug der „Kinder des Sisyfos” ist die Darstellung der Geschlechterverhältnisse, die bei Weiss im Sinne des damals modischen, sehr konservativen Feminismus ausgefallen war – womit ich mich in verschiedenen Abhandlungen über seine Kapitel zu Brecht und dessen Frauen auseinandergesetzt habe. Indem er dem Mann Brecht die volle Verfügungsgewalt über Sexualität und Arbeitskraft der Frauen zuordnete, entsubjektivierte Weiss diese Frauen und schien völlig zu ignorieren, dass sie aus der frauenemanzipatorischen Bewegung der Weimarer Republik stammten, die ihnen berufliche Entwicklungsmöglichkeiten, aber keine gleichberechtigte Marktmacht verliehen hatte. Weiss ignorierte auch, dass aus der kriegsbedingten Männerknappheit in der Weimarer Republik die bürgerlichen Moralvorstellungen stärker denn je aus den Fugen gerieten und dass sich gerade in diesem Klima beachtliche Ansätze sexueller Emanzipation bei Frauen entwickeln konnten. Diese nach dem zweiten Weltkrieg und besonders dann nach 1968 noch wesentlich weiter entwickelten Ansätze sind bei Schöfer selbstverständliche Folie seiner Figurenausarbeitung. Hier führen eigentlich sogar die Frauen das Zepter, begünstigt dadurch, dass die männliche Hauptfigur Bliss ihnen intellektuell vielleicht überlegen, durch seine prekäre Arbeitssituation aber sozial stark unterlegen ist.
    Ein dritter Vorzug von Schöfers Werk gegenüber dem von Peter Weiss scheint mir das Fehlen jeder Spur einer „trotzkistischen” Haltung zu sein, ohne, dass er die geringsten Zweifel an der größtenteils selbstverschuldeten Niederlage des Realsozialismus zulässt. Klarer als bei Weiss werden Realsozialismus und soziale Kampferfahrungen im Westen jedoch als keineswegs tote, sondern lebendige Erfahrungen gesehen, ohne deren Auswertung die künftigen Anstrengungen des Sisyphos – wie bei Camus – tatsächlich sinnlos wären.

    Sabine Kebir

  4. Horst Werder
    Horst Werder

    Nach dem fulminanten Romanwerk “Die Kinder des Sisyfos” legt Erasmus Schöfer aktuell in einem immerwährenden Kalender nun auf zweihundert Seiten Kalendergeschichten seinen Lesern vor. “Krieg beginnt hier – Widerstand auch” heißt es im Titel “Neues von der Heimatfront”. Diese aufrüttelnden Sprachkristalle sind – wie ein Kalender – immer wieder zur Hand zu nehmen und in Partikeln zu lesen. Damit man es nicht vergisst, in was für einer Welt wir leben. Und wichtiger noch: Widerstand ist nötig – Tag für Tag, Monat für Monat, das ganze Jahr, immer!

  5. Subhash

    Ihre Tetralogie „Die Kinder des Sisyfos” beeindrucken mich sehr. Wie bei Peter Weiss’ „Ästhetik des Widerstands” wühlen mich die politischen Kämpfe um ein besseres Leben recht auf.
    Der dritte Band hat mich erschüttert. Das Zweifeln der Hauptfigur Bliss, wie man denn als Linker in dieser Welt leben kann, soll, darf, muss, das kenne ich nur zu gut.