An einen Bruder

für W.P.S.

Bruder Dichter
hast mir so blaue Verse geschrieben
wie ich schwimme in diesem Meer
das mich trägt wiegt und durchlebt
im Auge den Berg dein Gedicht
wie sie aus Erde gewachsen sind
Die aus deiner Stille
in meine
wehenden Bilder
Ach Anfang und Dauer
der Liebe du
sagst sie unsterblich
Aber um mein verfallenes Haus
das lebensalte Brombeergeflecht
die Wurzeln unter die Felsen
versenkt
Ich schaff nicht mehr
das Dickicht zu klären
laß mich überwuchern
von meinen Rosen den Dornen

Der Besuch deiner Verse
im Blauen der Nacht
öffnet die Zeit sehr
weit zurück
Die Luft ruht aus
an den Flanken der Berge
Nur die schönen Motten
umflattern unbelehrbar
mein Licht
und verbrennen darin
ihre zärtlichen Seelen

Unsichtbar ruft noch
immer das Käuzchen

Wie du Bruder
die Worte ein Feuer
könnt ich ihr sagen
daß ich sie liebe
wüßt ich ihre Wohnung
fänd ich den Weg
aus dem Verhau

Wenn der Wind versunken ist
in den Schlaf
und sich bedeckt mit der Nacht
dann tauchen die Träume
ins seufzende Meer
trinken Mondmilch und
verwandeln die Fische
in springende Sterne

Dann Bruder dort
umarmen sich unsre Gedichte